In den Startlöchern…

Vor etwa zwei Wochen schreibt mich eine italienische Freundin über WhatsApp an, mit den Worten:

„Are you ready?? Did you pack your bikini? :P“

Doch ich bin noch weit entfernt vom „ready sein“ und entgegne ihr nur „Haha… shut up! Noooot at all.“ Jetzt ist es nur noch ein Tag vor Abfahrt und es geht drunter und drüber.

– 5 Tage; Samstag:
Ich radel ein letztes mal zu meinem Ferienjob. Um 6:00 Uhr Morgens begrüßt mich dann ein Kollege mit den Worten:

„Na, sag mal, kannst du eigentlich los fliegen? – Da ist doch wieder ein Vulkan auf Island ausgebrochen.“

In den Nachrichten hatte ich auch schon von dem Ausbruch gehört, doch da der Ausbruch diesmal nur den isländischen Luftraum betraf konnte ich gelassen antworten, dass der Vulkan mir schon nicht in die quere kommen würde. (Ins Geheim dachte ich mir, dass eine Verstärkung des Ausbruches das letzte wäre was ich jetzt noch gebrauchen könnte.)
Am Mittag zu Hause angelangt war ich vollkommen platt und nicht bereit für jegliche Reisevorbereitungen.

– 4 Tage; Sonntag:
Verschlafen blicke ich auf mein Smpartphone, ein neuer Maileingang. Im Halbschlaf drücke ich auf mein Touchscreen, es ist der Leiter des Olympischen Komitees von Vanuatu, er erkundigt sich nach meinen Flugdaten sowie meiner Unterkunft.

Ich verdrehe die Augen, denn eine Unterkunft habe ich noch gar nicht.

Vor ein paar Tage hatte ich einen Aufruf auf „couchsurfing“ gestartet, um direkt mit Einheimischen in Kontakt zu treten und für die ersten Nächte untergebracht zu sein. Ich war erfreut, dass überhaupt Leute aus Vanuatu bei couchsurfing registriert waren, weil ich damit nicht gerechnet hatte, auch wenn es mit 38 Nutzern aus Port Vila, der Hauptstadt von Vanuatu im Vergleich zu anderen Hauptstädten recht wenig Nutzer sind. Als ich erblicke dass sich die meisten von ihnen seit Monaten nicht auf dem Portal eingeloggt haben sehe ich meine Chance über couchsurfing an eine Unterkunft zu gelangen schwinden. Kurzer Hand buche ich ein Hostel für die ersten drei Nächte über „Hostelworld.com“.

– 3 Tage; Montag:
Meine Mutter betritt hektisch den Raum und ruft mir entgegen:

„Scheiße, Korinna die Bahn streikt!“

Und ich denke mir nur „na, super – auch das noch“. Denn mein Flug startet von Frankfurt am Main.
Da ich auch nichts gegen den Streik der Bahn unternehmen kann flizte ich erst einmal in den Stadt um die letzten Besorgungen zu machen. Bei der Postbank wird das Geld von der Giro auf die Auslands-Sparcard umgebucht und dann geht es mit einer guten Freundin ins erste Geschäft. Ein Outdoorladen soll es sein. Eine einklappbare Haarbürste, eine Campingteller sowie Besteck wären gekauft. Als wir schon aus dem Shop raus sind fallen mir türkisstrahlende Outdoorschuhe aus der Schaufensterfront ins Auge. Nix, wie wieder rein in den Laden und Schuhe anprobiert. Die Schuhe sitzen perfekt und es läuft sich wirklich gut in ihnen. Meine Freundin mustert mich abschätzend und streckt mir ihren Daumen nach oben entgegen. Doch dann lenkt sie ein… „Meinst du nicht, dass so eine grelle Farbe irgendwelche Tiere anlocken könnte?“ „Welche Tiere denn?“ frage ich sie verdutzt. „Naja, die Tiere die es da eben so gibt, sind da eigentlich gefährliche bei?“ An so etwas hatte ich überhaupt nicht gedacht, denn eigentlich begebe ich mich immer recht unerschrocken an meine Reisevorbereitungen. Die Verkäuferin wurde trotzdem gefragt, ob das Neon farbende türkis irgendwelche Tiere anlocken könnte, diese schaut mich irritiert an, doch nach einer kurzen Absprache mit ihrem Kollegen teilt sie mir mit, dass das nicht der Fall sei.
Am Abend befrage ich trotzdem „Mr. Googel“ mit dem Suchbegriff „Vanuatu gefährliche Tiere“. Jipieee Volltreffer: Die erste Internetseite auf die ich stoße verkündet „Nirgends lebt es sich gefährlicher als in Vanuatu“, auf der nächsten werde ich über Giftfische informiert, die mit ihren Stacheln ein Nervengift abschießen können, welches den Körper lähmt und nach kurzer Zeit zum Herzstillstand führen kann… ach´ und Tiegerhaie gibt es auch – wie nett.
Fast ein wenig panisch schicke ich meiner Freundin, die mich am Vormittag noch auf die „gefährlichen Tiere“ aufmerksam gemacht hatte, die beiden Links. Doch sie entgegnet nur kühn:

„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“

Ich beginne lauthals zu lachen. Na, die hat gut reden wohlbehütet in der Heimat. Ach´ was ich freue mich, da können diese Neuigkeiten auch nichts mehr dran ändern.

– 2 Tage; Dienstag:
Mit dem Schritt aus dem Bett hüpfe ich freudestrahlend durch die Wohnung und bin auf einmal total aufgedreht… endlich ist sie da, die volkommende Vorfreude! Ich spüre wie, sie durch meinen ganzen Körper pulsiert und fühle mich wie ein kleines Kind kurz vor Heiligabend. Meine letzte Bestellung von amazon trifft auch ein. Alles ist perfekt.

– 1 Tag; Mittwoch:
Ich begebe mich an meine „to-do-Liste“. Was ist denn mal schnell abzuharcken denke ich mir? – Ausdrucken der Flugtickets? … Ja, das dürfte schnell hinzukriegen sein. Doch Fehlanzeige… mein Drucker zeigt: „Papierstau“ an.

Im ernst jetzt?!

Mit diesem Drucker hatte ich noch nie einen Papierstau, war ja klar, dass das jetzt passieren musste. Ungeduldig rüttel ich an der Vorderklappe meines Druckers rum, aber es tut sich nichts. Noch ein paar mal die Vorderklappe aufgemacht und reingeschaut, doch ein Papierstau ist nicht erkennbar – ich sehe ja noch nicht mal das Papier. „Auf geschoben, auf gehoben“ … begebe ich mich eben an den nächsten Punkt der „to-do-Liste“ auf dieser steht leider noch ziemlich viel, deshalb höre ich jetzt besser mal auf rum zu trödeln und an diesem Blog zu schreiben.

Wir hören uns aus der Südsee wieder 😉

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