Über den Wolken

Nach ca. 2,5 Studen Schlaf rase ich ein letztes Mal in die Stadt um die finalen Besorgungen zu machen. Eine Schweißperlen tropft mir von der Stirn, es sind nur noch 2 Studen bis zur Abfahrt. Bei Rossmann kaufe ich noch schnell Reiseseife, Sonnencreme, Kaugummis und einen Einkaufsbeutel. Die Verkäuferin fragt mich neckisch :

‘Na, geht es in den Urlaub ?’

Beim verstauen der Ware entgenge ich hastig: ‘Ja, das koennte man so sagen – gleich geht mein Zug in Richtung Suedsee’. Den Plastikbeutel an’s Fahrrad gehangen duese ich weiter, eilig ueberquere ich die Strasse, dabei verhaedert sich die Plastiktuete in meinen Speichen. Ich schimpfe laut vor mich hin, doch es ist zu speat, die Tuete ist aufgerissen, Reiseseife samt Kaugummi liegen mitten auf der Strasse, ich will hinheachten um alles aufzusammeln, aber die Strassenbahn kommt und es bleibt mir nichts anderes uebrig als zur Seite zu springen. Waehrend die Bahn meinen Einkauf ueberollt fluche ich weiter, doch ich habe Glueck, die Tube mit der Reiseseife ist nur leicht mitgenommen und die Kaugummis sind noch als solche erkennbar. Wie von der Tarantel gestochen radel ich weiter in Richtung Bank. Am Cash-Automaten angelangt macht mich noch gerade rechtzeitig ein Mann darauf aufmerksam, dass mir etwas aus dem Portemonnaie gefallen ist, bevor ich wieder aus der Bank eille. Ich bedanke mich und schaue ihn erleichtert an. Es war meine Bahncard-25, ohne die ich wohl Schwierigkeiten gehabt haette nach Frankfurt zu kommen oder zumindest einen boesen Aufpreis haette zahlen muessen. Eine Kette von Missgeschicken scheint sich aneinander zu reihen, wie bei Pferd und Reiter, wenn die erste Latte faellt, feallt die naechste leichter. Um diesen Dominoeffekt zu stoppen fahre ich alle Einkauefe beisammen ein wenig gelassener nach Hause. Ach’ da war doch noch was… meine Reisedokument samt Flugtickets waren immer noch nicht gedruckt, da ich den hartnaeckigen Papierstau ueber Nacht nicht aufloesen konnte. Zum Glueck hatte meine Bestefreundin mir angeboten die Unterlagen auszudrucken und noch schnell vorbei zu bringen. Ich war heilfroh, als sie mit den Dokumenten in der Hand wedelnd in meiner Haustuer stand. Jetzt konnte es endlich los gehen. Nach einer dicken Abschiedsumarmung stieg ich in den Zug.

‘Und nehme dich vor den Tigerhaien in acht’

ist das letzte was ich von ihr hoere bevor die Zugtuer zu geht und sie wie ein kleiner Punkt in der Ferne verschwindet. Die Zugfahrt den Reihn entlang ist sehr schoen und ich frage mich welche atemberaubenden Landschaften und Naturwunder mich wohl in Vanuatu erwarten wuerden? Natuerlich hatte ich schon viele Fotos von den endlos langen Straenden und wunderschoenen Wasserfaellen gesehen, aber Dinge life zu sehen war ja nocheinmal etwas anderes.

Mein einfolierter, 14kg schwerer Backpackerrucksack

Mein einfolierter, 14kg schwerer Backpackerrucksack

Am Frankfurter Flughafen angelangt lasse ich meinen Backpackerrucksack einpacken und von Folie umwickeln, damit er mit seinen vielen Strimen und Baendern nicht irgendwo auf der Haelfte der Reise stecken bleibt. Die Dame am Schalter fragt mich verbluefft ob, der Rucksack mit seinen 14kg wirklich mein einziges Gepaeckstueck sei, da ich doch 30kg mitnehmen duerfte. ‘Ja’ entgegne ich lachend ‘das ist alles’ und freue mich, dass ich mich bei dieser Reise auf das Gepaeck von 14kg reduzieren konnte, da ich schon bei so manch’ anderer Reise einen echten Packesel abgegeben habe – mit dem Fazit, dass man eigentlich nicht viel benoetigt.

Als sich das Flugzeug in die Leufte empor hebt, kann ich kaum glauben, dass es nun endlich los gehen sollte. Ueber den Wolken beginner ich langsam zu registrieren, dass ich schon in ca. 34 Stunden in Vanuatu landen wuerde. Schon wahnsinnig, wie schnell man heutzutage einmal um den halben Erdball gelangen konnte. Mein Sitznachbar, Johannes, der fuer die naechsten 4 Monate durch Australien reisen will, ist meine erste symphatische Reisebekanntschaft. Wir unterhalten uns ueber alles moegliche bis wir beide vor Muedigkeit einschlafen. Bei dem turbulenten Flug verfalle ich in einen unruhigen Halbschlaf – immer wieder blinken die Anschnallzeichen auf, untermalt von einem hohen Piepton. Als der Pilot eine Durchsage macht und ich nur das Wort ‘dangerous’ verstehe werde ich leicht unruhig und wuensche mir, dass wir so schnell wie moeglich in Singapur, meinem ersten Zwischenstopp, landen. Im Flughafen von Singapur streichen Johannes und ich durch einen der vier kleinen Botanischengaerten des Flughafens bevor wir uns voneinander verabschieden, da sein Flug nach Sydney weiter geht und meiner nach Brisbane.

Schmetterling

Schmetterling im Botanischen Garten/ „Butterfly Garden“

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