Mit Blick auf den Pazifischen Ozean

Einer der blitzschnellen Gecko's

Einer der blitzschnellen Geckos

Von dem Krähen der Hähne geweckt reiße ich die Augen auf, zwei Gecko´s huschen die Wand entlang – einen bekomme ich gerade noch vor die Linse bis auch dieser davon blitzt. Mit Sack und Pack mache ich mich auf zum Olympischen Komitee, da ich direkt nach der Arbeit in meine neue Bleibe umziehen werde. Henry verkündete mir am Vortag , dass ich um 7:30 oder 8:00 im Büro erscheinen könne. Ich entschied mich für letzteres und arbeite jetzt immer von 8:00-16:30 Uhr. Die offizielle Dauer der Mittagspause ist mir noch nicht ganz klar, da mir Henry bei meiner Ankunft mitgeteilt hat, dass es eine zweistündige Mittagspause von 11:30-13:30 Uhr gibt, aber dies scheint keiner wahrzunehmen. So finden zur Mittagszeit oft meetings statt, weil die ehrenamtlichen Helfer ausschließlich in ihrer Mittagspause Zeit für ein Treffen finden. „Oft essen wir auch einfach nur Nüsse zum Mittag und machen gar keine wirkliche Pause erklärt mir Henry.“

Also liebe Freunde der Sonne, die ihr mich schon zur Mittagszeit in den Pazifik springen sehen habt… dem ist nicht so. Hier wird hart gearbeitet! 😛

Heute mache ich mich weiter an das Konzept für den “Award-Partner’s Day“ und teile Thibu mit, dass ich sehr gerne zu den Vorbereitungen der „National Youth Games“ beitragen würde, die nächste Woche ausgetragen werden. Auf meinen Wunsch hin schaut er fragend drein. Er springt mit einer Zigarette im Mundwinkel hektisch durch die Gegend, da er bis zu seiner Rückkehr nach Frankreich Mitte des Monats noch sehr viel zu erledigen hat, verspricht mir aber über ein Aufgabengebiet für mich nach zu denken. Am Abend fährt mich Thibu zu meiner neuen Unterkunft für die nächsten 4 Wochen. Das Haus ist ein wenig herunter gekommen, die Räumlichkeiten sind etwas schmuddelig, und die Möbelstücke sehen zum Teil sehr schäbig aus, doch das alles stört mich kein bisschen – ich bin einfach nur froh so schnell eine Unterkunft gefunden zu haben und in einer Wohngemeinschaft zu wohnen.

Und irgendwie hat das Schäbige an dem Haus auch schon wieder Scharm.

Als ich zum ersten Mal die Terrasse des Hauses betrete bin ich total geplättet, denn die Aussicht ist einfach atemberaubend, mit direktem Blick auf eine Lagune die nur kurz hinter dem Haus in den Pazifischen Ozean mündet.

Einfach traumhaft!

Meine Mitbewohner Flavio und Gael kommen beide aus Frankreich. Flavio würde ich als den klassischen Aussteiger bezeichnen. Er zieht schon seit 10 Jahren durch die Welt und lebt immer ein paar Jahre hier und dort. Ich frage ihn ob er denn gar nichts an seiner Heimat vermissen würde, „No“ entgegnet dieser ohne lange zu überlegen. Doch dann lenkt er ein, die französischen Kulinaritäten würden ihm schon fehlen, dabei schaut er verträumt in die Ferne.

Er hat leicht angeschwollene, blutrot unterlaufene Augen, und ich frage mich, ob er außer dem Kava Getränk noch eine andere Droge zu sich nimmt.

Außerdem erzählt er mir, dass er den „esay way of life“ im Pazifik sehr zu schätzen weiß und dass es ihm hier an nichts fehlt. Sein Geld verdient er an den Touristen mit einem Quad-Verleih. Gael, könnte man mit einem großen Bären vergleichen, er ist hoch gewachsen, sehr mächtig, trägt einen kurzen Bart und hat ein ruhiges Gemüt. Er hat vor seiner Ankunft in Vanuatu schon ein Jahr in Afrika und ein halbes Jahr in Australien gelebt in Port Vila betreut er die Volunteere aus New Caledonia. Da fällt mir wieder ein, dass New Caledonia noch zu den französischen Kolonien gehört. Wir unterhalten uns ein wenig über den Inselstaat und ich frage ihn ob die Einheimischen nicht auch lieber unabhängig von Frankreich wären. „That´s a good quesion,“ antwortet er und erklärt mir, dass durch die koloniale Abhängigkeit auch viel Geld aus Frankreich in da Land fließt.

Mit dem Moped duesen wir durch die Nacht.

Mit dem Quad düsen wir durch die Nacht.

Nach einiger Zeit fragt mich Gael ob ich ihn in den Supermarkt begleiten will, da ich mich mit der Gegend vertraut machen möchte willige ich gerne ein. Im Dunkeln reicht er mir etwas in die Hand, und ich versuche verdutzt den Gegenstand zu erfühlen… es ist ein Motorradhelm.

Ehe´ ich es mich versah, saß ich hinten auf seinem Quad und wir düsten durch die Nacht.

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