Coconut Drink zur Mittagspause

Morgens unter der Dusche drehe ich den Wasserhahn für das Kalte Wasser weit auf und werde mit glühend heißem Wasser übergossen. Schnell stelle ich fest, dass die Beschriftung der Wasserhähne vertauscht sind. Es kostet mich ein wenig Zeit die Temperatur richtig zu regulieren, da das Wasser schnell zu heiß oder aber eiskalt wird. Ich freue mich dabei riesig überhaupt die Möglichkeit des Warmduschens zu haben, zwar hatte mir im Hostel mit ausschließlich kaltem Wasser an nichts gefehlt, aber es ist schön die Wahl zu haben.
Nachdem ich mich fertig gemacht habe erkundige ich neugierig die Umgebung des Hauses mit meiner Kamera.

Am Ufer des Hauses

Am Ufer des Hauses

IMG_0641

Der idyllische Hinterausgang

Den idyllischen, schmalen Hinterausgang vom Haus zur Straße hoch gehend mache ich mich auf den Weg zur Arbeit.

Ich gähne lautstark vor mich hin, da ich in der Nacht fast kein Auge zu gemacht habe. Das Bett ist steinhart und die Matratze, direkt auf einer Holzplatte aufgelegen, stark durchgelegen. Hinzu kommt der penetrante, unangenehme Geruch meines Betttuches, der sich in meiner Nase fest gesetzt hat und mit dem ich mich partout nicht anfreunden kann. Notdürftig legte ich mir meine Jacke über und fiel nach geraumer Zeit in einen unruhigen Schlaf. Naja daran werde ich mich schon noch gewöhnen und gegen all´ die schönen und einzigartigen Erlebnisse und Begegnungen, die ich hier machen darf nehme ich ein stahlhartes Bett gerne in Kauf.

Beim Olympischen Komitee angekommen hat sich Thibu wie versprochen eine Aufgabe für mich im Bezug auf den National Youth Day ausgedacht.  So gestalte ich die Broschüre für den dreitägigen Wettkampf und entwerfe eine Einladungskarte für die geladenen Gäste.

In der Mittagspause schlendere ich am Meer entlang zur Markthalle, dort schaue ich mich in den vielen verschiedenen, kleinen Kochnischen der Köchinnen nach einem schmackhaft aussehendem Essen um. Die Wahl fällt auf Reis mit Fisch und Salat, das Essen schmeckt wirklich gut und der Fisch wie direkt aus dem Meer gefangen.

Für die Köstlichkeit zahle ich 400vt, was umgerechnet ca. 3,20€ entspricht.

Die Köchin verwickelt mit interessiert in ein Gespräch: „Did you come with a cruise?“ fragt sie mich mit einem unglaubwürdigen Unterton so als ob sie es selbst nicht glauben könne. Weiterhin erkundigt sie sich: „Are you from Australia?“ „No, from Germany“, grinse ich, da mein Englisch sicherlich weit von dem australischen Akzent liegt. Wir unterhalten uns angeregt und sie fragt mich Löcher in den Bauch, die ich ihr gerne beantworte…

„Is it your first time in Vanuatu?” “Yes”, entgegne ich freudestrahlend. “Welcome to Vanuatu!“ , antwortet sie daraufhin fröhlich.

So wurde ich in meinen ersten Tagen hier schon von vielen Leuten willkommen geheißen und immer wieder freue ich mich darüber riesig. Es löst ein wohlig warmes Gefühl in mir aus, da ich den freudigen Blicken der Menschen ansehen kann, dass sie ihren Willkommensgruß wirklich ernst meinen, und dass er von Herzen kommt.

ich_mit KokosnussAuf dem Rückweg ins Büro gönne ich mir noch eine Kokosnuss, die direkt an Ort und Stelle aufgestochen wird, und trinke den Saft der Kokosnuss genüsslich aus. Im Büro angelangt bemühe ich mich da drum die Schale der Kokosnuss mit meinem Taschenmesser auf zu sägen, um an ihr Fruchtfleisch zu gelangen. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der “Athletics Association“ nimmt meinen Kampf mit der Nuss wahr, er greift ein und schlägt die Kokosnuss mit einem Ruck kraftvoll an eine Ecke der Wand, woraufhin sie wie durch Zauberhand aufspringt.
Das Fruchtfleisch ist gliberig und schmeckt ganz anders als wenn es wie in Deutschland aus der Ferne importiert wird.

James, ruft mich zu einem “Board-Meeting“ mit den ca. 12 hauptehrenamtlichen Mitgliedern des Olympischen Komitees sowie des Präsidenten des Verbandes. Alle begrüßen sie mich herzlich und aufgeschlossen, einer der Board-Mitglieder bittet Henry mir alle E-Mailadressen der Ehrenamtlichen zukommen zu lassen und verkündet vor versammelter Mannschaft, dass ich sie alle jeder Zeit gerne kontaktieren könne, wenn ich Hilfe bei irgendetwas benötige. Die anderen Mitglieder nicken zustimmend und schauen mich freundlich an. Ich bin überwältigt und zugleich gerührt von diesem warmen Empfang und weiß gar nicht richtig wie mir geschieht.
Der französische Präsident von VASANOC, der vor ca. 26 Jahren nach Vanuatu ausgewandert ist und mittlerweile beide Staatsangehörigkeiten besitzt, schüttelt mir kräftig die Hand. Wir wechseln ein paar Sätze und er erklärt mir lachend:

„In the morning it is going slowly in Vanuatu… and in the evening even slower.“

Das gesamte Board bricht in ein freudiges Gelächter aus und ich muss schmunzeln. Paradoxerweise sieht der Präsident sehr gehetzt aus und beharrt darauf, dass das Meeting schnell zu Ende gebracht wird, damit er zum nächsten Termin eilen kann. Ich frage mich, ob hier noch ein wenig “Rest-Europäer“ in ihm steckt oder ob es in Vanuatu doch nicht so gelassen zugeht wie man es der Südsee nachsagt und es auf den ersten Blick scheint.

Auf dem Rückweg hilft mir eine Dame, die bemerkt dass ich Schwierigkeiten habe einen Bus zu ordern, und winkt mir einen der Mini-Vans heran. Der Busfahrer fängt ein Gespräch mit mir an, doch als er fragt:

„Are you alone or with your boyfriend or husband?”

antworte ich nicht wirklich auf seine Frage und erwidere knapp: “I have friends here”, um klar zu stellen, dass ich nicht alleine bin.

Am Abend spiele ich mit Flavio und Gael Playstation. Sie haben einen Powerpoint Projektor der die gesamte Wand ausleuchtet. Zu der Musik von Manu Chao drücke ich wie wild auf die Tasten ohne genau zu wissen, welcher der Knöpfe welche Funktion hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s