Brodelnde Naturgewalt

Aus lauter Panik nicht um 3:50 Uhr Morgens wach zu werden habe ich mir gleich vier Wecker gestellt, doch ich werde direkt beim ersten wach.
Nachdem ich mich fertig gemacht habe binde ich mir die LED Lampe um den Kopf und stiefel nach draußen durch die Dunkelheit um mich auf die Suche nach einem Bus zu begeben.

Doch die Straßen sind leer gefegt und scheinen wie ausgestorben.

Ich hatte mich extra bei einem Kollegen erkundigt, ob die Busse auch wirklich rund um die Uhr fahren, doch jetzt wage ich die positive Antwort meines Kollegen zu bezweifeln. Ein Mann kommt mir entgegen und ich frage ihn wo ich um diese Uhrzeit einen Bus finden könnte, er scheint mich nicht ganz zu verstehen und faselt irgendetwas vor sich hin.

Er taumelt näher auf mich zu und fummelt an seiner Hose rum, ich spüre seinen Atem auf meiner Haut und der Gestank von Kava steigt mir in die Nase.

Bevor die Situation unangenehm wird bedanke ich mich kurz angebunden und gehe schnellen Schrittes in Richtung Innenstadt um dort mein Glück mit den Bussen zu versuchen. Von einer Querstraße aus sehe ich einen Bus über die Hauptstraße jagen, schnell renne ich auf die Straße zu, dem Bus hinterher. Mist! Denke ich weg ist er. Ich hüpfe trotzdem fast ein wenig verzweifelt auf und ab und wuchtel wild mit den Armen. Und siehe da´ der Bus hält an, ich rase auf ihn zu und steige kurzatmig ein. Zum Flughafen bitte bedeute ich dem Busfahrer, doch dieser will nicht los fahren, ich bin ein wenig irritiert und sage noch einmal „zum Flughafen bitte“. „Wann musst du denn dort sein?“ fragt er mich fast ein wenig höhnisch. „In fünf Minuten“ antworte ich hektisch und wundere mich warum er nicht einfach los fährt. „Das gibt einen Nachtzuschlag und kostet 1000vt“ versucht mir der Busfahrer weiß zu machen. So ein Blödsinn denke ich, normalerweise kosten Busfahrten 150vt und Henry meinte mal zu mir, dass eine Busfahrt zum Flughafen 300vt kosten würden. Ich reagiere fast ein wenig aufgebracht und entgene ihm schnippisch:

„Ich arbeite hier von einem Nachtzuschlag habe ich noch nie etwas gehört!“

Der Busfahrer gibt sich damit nicht zufrieden und will immer noch nicht losfahren während ich die Minuten dahin streichen sehe. „Dann 500vt“ versucht er es noch einmal. Ich bin schon etwas genervt und wütend, dass er mich so über´s Ohr ziehen will, aber da ich einfach nur noch zum Flughafen will einigen wir uns schließlich auf 400vt. Er düst über die Straßen und mir ist es fast schon ein wenig zu schnell. Als ich aussteige und ihm die vereinbarte Geldsumme überreiche, mache ich ihm noch einmal klar, dass ich keine dumme Touristen bin: „Ich know it is 300vt and you know so too, but anyway…“ Der Busfahrer reagiert auf meine Andeutung nicht, klimpert mit den Münzen und fährt davon.
Bis jetzt hatte noch keiner mit mir zu handeln versucht und auch auf dem Markt wurde ich noch nie abgezogen und war ins Geheim froh, dass in Vanuatu die Kultur des Handelns nicht verankert war, da es im Ausland doch manchmal recht nerven aufreibend sein konnte ständig das Gefühl zu haben über´s Ohr gehauen zu werden und falschen zu müssen.

Verblüfft stelle ich fest, dass der Flughafen noch geschlossen hat, obwohl ich schon später eingetroffen bin, als die Checkin Zeit die mir beim Kauf des Tickets mitgeteilt wurde. Als der Flughafen schließlich geöffnet wird und ich die erste bin, die am Checkin Schalter steht verstehe ich den Herren vom Flugpersonal nicht ganz richtig. Er nuschelt irgendetwas von „Gewicht“ und ich stelle mein Rucksack auf die Waage. „Nein, nein – dein Gewicht“ sagt er daraufhin bestimmend.

Ich schaue verdutzt drein, da ich mich noch nie auf eine Kofferwaage habe stellen müssen, aber ich folge seinem Gebot.

Er kritzelt mein Gewicht auf einen Zettel und bedeutet mir im Wartesaal platzt zu nehmen. Während des Wartens beobachte ich zwei Touristen aus der Ferne, sie scheinen auch nicht ganz zu verstehen was der Herr hinter dem Schalter von ihnen will, als er auf die Waage zeigt und sie stellen ebenfalls ihre Rucksäcke auf die Kofferwaage. Ich muss schmunzeln, als der Mann mit Worten versucht die beiden Westler auf die Waage zu kriegen – erst als er sich selbst auf die Waage drauf stellt verstehen sie was er von ihnen will und stellen sich mindestens genauso irritiert wie ich nacheinander auf die Waage.
Als sie an mir vorbei gehen, werfe ich einen kurzen Blick auf ihre Pässe, doch ich kann nicht klar erkennen was auf ihrem Pass steht. Ich versuche ihren Stimmen zu lauschen, doch es ist zu laut in der Halle, die mittlerweile mit Menschen befüllt ist, als dass ich ihren Wortwechsel verstehen könnte. Es könnten Deutsche sein, denke ich mir, da das Ehepaar mittleren Alters mit „deuter“ Rucksäcken und Outdoorhosen von „Schöffel“ ausgestattet ist, und bei dem Gedanken sehe ich den Reichsadler auf ihren Reisepässen aufblitzen.

Ich spreche sie gleich an, denn ich bin seit den 3 Wochen, die ich bereits hier bin noch auf keinen einzigen Deutschen gestoßen und neugierig auf ihre Reisepläne.

Sie berichten mir, dass das Reisebüro in Deutschland die Flüge innerhalb Vanuatu´s für sie zusammen gestellt hätte und dass sie 4 Inseln innerhalb von 3 Wochen erkunden würden.Wir tauschen uns noch ein wenig über Vanuatu aus und schon geht es mit dem Flieger los.
Ich bin überrascht, dass das Flugzeug so klein ist und nur ca. 30 Passasiere in der Maschine Platz nehmen können. Bevor sich der Flieger in die Lüfte empor hebt, lässt der Pilot den Motor laut anlaufen und die Flugschrauben einige Male in einem ohrenbetäubender Lärm auf brausen. Dabei frage ich mich kurz, ob die Maschine nur eine geringe Kilogrammzahl aushält, da jeder einzelne Passagiere abgewogen wurde und auch wenn der Flieger von außen gut in Schuss aussieht so sprechen die klapprigen Geräusche der Maschine eine andere Sprache. Trotzdem fühle ich mich irgendwie sicher und bin unbesorgt.

Die Aussicht über das Zentrum von Port Vila ist wunderschön und ich freue mich, dass das Flugzeug einen Schlenker in diese Richtung gemacht hat.

Unten links die Aussicht über das Zentrum Port Vila´s, unten rechts der Flughafen von Tanna.

Unten links die Aussicht über das Zentrum Port Vila´s, unten rechts der Flughafen von Tanna.

Der Flug vergeht sehr schnell rum und ehe ich es mich´s versehe landen wir auch schon in Tanna.
Am Flughafen halte ich nach dem Vater von Paul ausschau oder sagen wir nach einem Mann gehobenen Alters, der auch suchend dreinschaut, da ich ja keine Ahnung habe wie sein Vater aussieht. Doch es ist niemand in Sicht. Dann spricht mich ein jüngerer Mann an und meint dass er mich mitnehmen solle.

Ich bin mir sicher, dass hier eine Verwechslung vorliegt und beharre dadrauf, dass ich auf jemanden warte, der mich abholen wollte.

Der Mann bestimmt mir, dass mein Fahrer nicht kommen könnte und er mich jetzt abholen würde ich bin ein wenig skeptisch und schlage vor, dass wir die Handynummer des Vaters vergleichen um sicher zustellen, dass Paul´s Vater wirklich jemanden anderen Beauftragt hat mich mitzunehmen. „Hör´, mal“ versucht mich der Mann zu überzeugen „wenn mir nicht gesagt worden wäre, dass ich dich mitnehmen soll, dann wäre ich jetzt gar nicht hier. Ich sehe, dass mir nichts groß anderes übrig bleibt als ihm zu vertrauen und folge ihm zu seinem Truck, der schon voll ist mit anderen Touristen so springe ich kurzer Hand auf die Ladefläche und es geht los.

Der Wagen kommt ein paar Meter ins Rollen, da kommt ein anderer Truck auf uns zu und ruft unserem Fahrer etwas in einem Dialekt aus dem Fenster zu, was ich nicht verstehe. Es stellt sich heraus, dass der Mann aus dem anderen Truck auch behauptet mich abholen zu sollen. Ich bin vollkommen irritiert, doch als er sich mir als Paul´s Onkel vorstellt springe ich wieder von der Ladefläche und in seinen Wagen ein. Er heißt Denny, ist groß, schlank und seine Adern zeichnen sich stark von seinen Armmuskelatur ab, als er mich angrinst funkeln mir seine vergammelten Zähne entgegen. Meinen Namen versteht er nicht ganz, als ich ihn noch ein paar mal mit englischem Akzent ausspreche und er den Namen sogar richtig wiederholt fragt er mich..

ob er mich nicht auch einfach „Nina“ nennen könnte, als eine Abkürzung für „Korinna“.

„Nein“ lächel ich ihn an. Er ist verdutzt und erwidert: „Wieso denn nicht?“ „Naja, weil das ein ganz anderer Name ist, auf den ich gar nicht hören würde“ beantworte ich seine Frage. Daraufhin versucht es Denny noch mit 2-3 anderen Namen, die dem meinem keinen Stück ähneln, doch nach einer kurzen Zeit scheint er sich meinen Namen behalten zu haben und wir einigen uns dadrauf, dass es bei „Korinna“ bleibt.

Der Weg ist holperig und wir brettern durch das ein oder andere Schlagloch, dabei entschuldigt sich Denny für die Straßenverhältnisse. „Oh no worries“ entgegne ich ihm und erkläre, dass mir dass nichts aus machen würde und ich schon weitaus schlechtere Straßen überquert wäre. „Aber in Deutschland habt ihr gute Straßen“ sagt er mit Nachdruck. Ich muss lachen und antworte „ja das stimmt, aber ich bin schon in andere Länder gereist, wo es kaum eine Straße gibt“ und muss dabei an die Mongolei denken.
Wir fahren an einem Bullen vorbei, der an einem Seil festgebunden ist und am Straßenrand steht, er schabt nervös mit den Hufen und ruckt mit dem Kopf hin und her.

Ein paar Meter vor ihm steht ein Mann mit einem Gewähr in der Hand an einem Baum gelehnt, den Finger zum Abschuss bereit.

Die Szene ist eigentlich glasklar aber ich will trotzdem nicht begreifen was sich hier gerade vor meinen Augen abspielt und erst als Denny hinaus ruft „Oh a bull is going to get shoot“, fällt der Groschen. Doch wir fahren so schnell an dem Schauspiel vorbei, dass ich zum Glück nicht mehr sehe wie der Bulle zu Fall kommt. Ich bereite mich schon innerlich auf den Schuss vor, der aus der Ferne nachhallen würde, doch er kommt nicht.

Im Zentrum Tanna´s setzt mich Denny kurz ab, da er etwas zu erledigen hat und ich erkundige interessiert die Innenstadt, die wirklich sehr klein ist, doch am Markt sowie am Meer brodelt das Leben. Da ich in der Früh nur einen Frühstückskrecker runter gekriegt habe meldet sich jetzt mein Magen mit einem lauten Knurren.

Das Gebäck für umgerechnet 0,08ct

Das Gebäck für umgerechnet 0,08ct

Auf dem Markt werde ich schnell fündig und kaufe mir ein Gepäck, welches zu einer langen Stange geformt ist. Als ich den Preis für diese Kleinigkeit höre, kann ich meinen Ohren kaum trauen, denn Umgerechnet kostet das Gebäck 0,08ct.

Ich bin total verzückt, dass etwas so günstig sein kann und beiße voller Genuss in die Stange hinein.

Dann komme ich an einem Stand vorbei, der etwas im Dunkeln liegt, ein paar Frauen lehnen an der Theke und neugierig auf das was es hier zu erwerben gibt trete ich einen Schritt näher heran. Da es so unerwartet kam stelle ich zu meinem schockieren fest, dass ein ganzer Bulle, auseinander genommen vor meinen Augen daliegt. Der Schenkel hängt an einem Harken und dass Gebiss, welches noch zur Hälfte mit Fell überzogen ist hängt an der rechten Seite des Tresens über der Theke.

tanna_Zentrum

Tanna´s kleines Zentrum, in dem das Leben brodelt.

Nach einer Weile fährt mir Denny hupend entgegen und bedeutet mir einzusteigen. „Das ist einer meiner Väter“ stellt er mir den Älteren Mann auf dem Rücksitz vor.

„Einer deiner Väter?“ frage ich belustigt und füge hinzu „Wie viele hast du denn?“ Daraufhin muss er nur lachen.

Auf dem Weg ins Dorf türmen sich immer mehr Menschen auf der Ladefläche des Trucks, wir halten hier und da an um weitere Leute einzusammeln und es stellt sich heraus, dass Denny Fahrer von Beruf ist.

Der Truck wird mit Gemüse beladen, welches nahe des Vulkans nicht angebaut werden kann.

Der Truck wird mit Gemüse beladen.

Nach kurzer Zeit machen wir an einem kleinen Markt am Straßenrand halt, dabei erklärt Denny mir, dass die Menschen, die wie er in der Nähe des Vulkans leben hier ihr Gemüse kaufen, da sie bestimmte Gemüsesorten auf Grund der vielen herunterkommenden Asche nicht anbauen können. Als wir weiter fahren bietet mir eine Frau, die auf dem Rücksitz sitzt eine Banane an, die so süß und saftig schmeckt wie noch keine Banane, die ich je zuvor gegessen habe.

Der Vulkan aus der Ferne

Der Vulkan aus der Ferne

Aus der Ferne kann ich den Vulkan, über dem dunkle Dampfwolken aufsteigen schon erkennen. Denny deutet auf ihn und meint: „da siehst du, da ist unser Freund“. „Your friend?“ erkundige ich mich grinsend.

„Ja“ antwortet er, „der Vulkan ist so zahm und gütig, dass er uns niemals Leid zu fügen würde, deshalb ist er unser Freund“.

Später zeigt Denny auf eine Reifenspur, die sich an einem Fels abgezeichnet hat und dann auf die Scherben Mitten auf der Straße, dabei erklärt er mir „hier hatte mein Bruder Vorgestern, den Unfall.“ (Pauls Vater hat sich mit seinem Waagen überschlagen und konnte mich deshalb nicht abholen. Ihm selbst ist zwar nichts passiert, aber sein Wagen war auf die Schnelle nicht zu reparieren.)

„Wie ist, das den passiert?“ will ich wissen und als Antwort kommen nur zwei Worte aus Denny´s Mund „Kava, Kava.“

Als wir im Dorf ankommen, stellt mich Denny Paul´s Schwester Madeline vor, die mich durch die Viertel entlang zum Strand führt. Ich bin total begeistert von den kleinen Hütten und fasziniert von der einfachen Lebensweise. Wir kommen an einer Hütte vorbei, die gerade von einem Mann errichtet wird, interessiert trete ich näher an die Behausung mit dem noch offenem Dach heran und der Mann erklärt mir, wie sich das Haus zusammensetzt und beschreibt die einzelnen Schritte des Baus.

(Als Madeline mir später erklärt, dass jeder Mann seiner Familie ein Haus bauen zu wüsste bin ich schwer beeindruckt.)

Auf dem Weg zum Strand kommen wir außerdem an einer älteren Dame vorbei, die ein Muster für die Herstellung von Taschen flechtet sowie einer jungen Frau, die mit Hilfe von Blättern eine Matte erstellt.

Madeline führt mich durch die Dörfer hindurch an den Strand.

Madeline führt mich durch die Dörfer hindurch an den Strand.

Nachdem ich mit Madeline am Strand entlang spaziere und wir zwischen den vielen kleinen Steinen nach ein paar Muscheln wühlen, betreten wir ein Resort, welches direkt am Strand liegt. Dort treffen wir auf Jill, Paul´s Schwester, die in dem Resort als Managerin arbeitet und bei der ich für die nächsten zwei Tage übernachten werde. Sie strahlt mich freudevolle an, begrüßt mich so herzlich und beschwingt und will meine Hand gar nicht mehr los lassen als wir die ersten Worte wechseln…

– ich bin berührt und weiß gar nicht wie mir dabei geschieht, dass mich eine Frau, die mich überhaupt nicht kennt so freundlich und mit offenen Armen aufnimmt.

Ihre braunen Augen strahlen Ehrlichkeit und Wärme aus und man fühlt, dass das Lächeln auf ihrem Gesicht von Herzen kommt. Sie trägt ein Kleid, von einem kräftigen türkisgrünen Farbton und hinter ihrem Ohr steckt eine schöne, prachtvolle pinke Blüte. Sie nimmt an, dass ich sicher hungrig sein müsste, drückt mir wenig später ein Brot in die Hand und meint, dass ich mich erst einmal im Graus ausruhen solle. Im Gras liegend, schließe ich die Augen, lausche dem Rauschen des Meeres und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Nach kurzer Zeit kommt eine weitere Angestellte des Hotels auf mich zu, mit einer Matratze in der Hand und bedeutet mir mich auf die weiche Unterlage hinauf zu legen, obwohl ich gar kein Gast des Hauses bin. Ich bedanke mich herzlich, aber teile ihr mit, dass es mir wirklich nichts ausmacht im Gras zu liegen, doch sie lässt nicht locker und besteht dadrauf, dass ich mich auf die Matratze lege.

So gebe ich ihr nach und bin einmal mehr sprachlos über die Herzlichkeit und Umsichtigkeit Vanuatu´s Einwohner.

Auf dem Rückweg ins Dorf lerne ich Jill´s Kinder Laurina, Fiki und Jeffline kennen, die mich entgeistert und interessiert zugleich ansehen. Jeffline ist gerad erst 11 Monate alt und beäugelt mich neugierig mit ihren kleinen Kulleraugen, Laurina, die Jeffline auf ihrem Arm trägt lächelt mich verhalten an und als ich sie frage, ob sie Englisch spricht muss sie nur grinsen und antwortet nicht. Dafür meldet sich Madeline zu Wort und verkündet, dass sie Englisch spricht und bloß schüchtern sei. Die dreijährige Fiki hingegen geht direkt munter auf mich zu und ist in ihrem Temperament gar nicht mehr zu bremsen, sie führt einen kleinen Tanz auf und wiederholt in Dauerschleife meinen Namen. Ich stimme in ihr Gebrabbel mit ein und wiederhole daraufhin ihren Namen, wir spielen zusammen und als ich ihr eine Bewegung vormache ahmt sie sie mir nach und muss laut kichern. Sie erzählt mir soviel auf ihrer Landessprache und nickt dabei immer wieder um meine Zustimmung zu gewinnen, ich muss lachen und nicke ihr dabei zu. Nach einer Weile fange ich ebenso quirlig an mit ihr auf Deutsch zu reden, da sie Englisch sowieso noch nicht versteht und es ist schön mal wieder meine Muttersprache zu sprechen.

Fiki ist so lebhaft und voller Energie, dass ich mir sicher bin, dass aus ihr einmal eine starke Frau wird und ich habe sie direkt lieb gewonnen.

Jill oben li.; Madeline oben re.; unten Jill´s Kinder Laurina (9), Fiki (3) und Jeffline (11 Monate)

Jill oben li.; Madeline oben re.; unten Jill´s Kinder Laurina (9), Fiki (3) und Jeffline (11 Monate)

Am Abend fährt mich Denny zum Vulkan und als wir fast oben angekommen sind, meint er da ist das Monster, welches er am selbigen Morgen noch als Freund bezeichnet hat.
Es ist schon stockdunkel und als wir die letzten Meter bis zum Krater hinaufsteigen bin ich wirklich froh, dass ich meine LED Lampe mitgenommen habe, denn sonst würde ich in der Dunkelheit nicht erkennen wohin ich meinen nächsten Schritt tue. (Habe ich es zuvor bereits in Port Vila als stockdunkel beschrieben, so ist es in Tanna noch mal eine Steigerung dazu, denn hier herrscht ab 18:00 Uhr wirklich totale Finsternis, so dass man ohne Straßenbeleuchtung und Elektrizität wirklich nichts mehr sieht, wenn der Himmel Wolken verhangen ist und den Mond verdeckt.)
An der Spitzte des Vulkans angelangt bin ich geplättet von der prächtig, hinaufspritzende Lava und beobachte beeindruckt wie sie nach dem hinaufbrausen in Hunderten von Funkeln wieder zu allen Seiten hinab sprüht. Der Vulkan brodelt und rauscht laut vor sich hin, wie tausende kochende Töpfe, dessen Geräusche durch Lautsprecher wieder hallen.

Unter meinen Füßen kann ich das Rumoren des Vulkans spüren und hier oben am Krater, der Gewalt so wie der gewaltigen Schönheit der Natur so nah´, wird mir ihrer Kraft, Macht und Unvorhersehbarkeit hautnah bewusst.

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