Eden on the River

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Als ich mich bei dem Touristenverband „Eco Tours“ nach dem Transport zu dem „Eden on the River“ erkundigte, bot mir eine Dame an, dass man mich für 3500vt (ca. 28€) abholen könnte und fragte sogleich nach dem Namen meines Hotels. Ich entgegnete ihr, dass ich in keinem Hotel wohnen würde sondern in einem Privathaus, da war sie überrascht. Doch mir schienen 56€ (für Hin- und Rückfahrt) sowieso zu überteuert für den reinen Transportweg des Ausfluges, so informierte ich mich bei ihr, ob es auch einen anderen Weg gebe zu dem Ausflugsort zu gelangen.
Sie antwortete mir, dass es wohl keinen Bus geben würde, der auf direktem Wege zu dem „Eden on the River“ fahren würde, aber dass ich es versuchen könnte von der Universität aus zu der „Raipapao“ Brücke zu gelangen um von dort aus weiter zu Fuß zu gehen.

(Am Anfang hatte ich den Transport mit den vielen verschiedenen Bussen, die einem zu jedem beliebigen Ort bringen, als spaßig beschrieben. Doch es stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass die Busse einen nur im unmittelbaren Stadtzentrum durch die Gegend kutschieren und das es auf Grund der nicht vorhandenen Infrastruktur scheinbar unmöglich ist aus der Stadt hinaus zu gelangen, wenn man nicht übertrieben viel Geld für den Transport durch ein Touristen Unternehmen zahlen will.)

So versuchte ich mein Glück auf eigene Faust zu meinem heutigen Ausflugsziel zu gelangen. Der erste Bus den ich an der Hauptstraße anhielt machte sofort halt und willigte ein mich an der Universität abzusetzen.

Als ich mich erkundigte, ob der Busfahrer mich auch weiter zur „Raipapao“ Brücke bringen können, leckte er sich schon eifrig die Lippen und große Dollar -Zeichen schienen in seinen Augen auf zu blinken.

„Ja, klar!“ antwortete er mir und meinte dass er oft Touristen dort hinfahren würde, das würde dann 9000vt (72,50€) machen, fügte er hinzu. Ich glaubte mich verhört zu haben bei diesem unverschämt hohen Preis für die ca. 17km lange Fahrt und fragte erst gar nicht nach ob er mit seinem Preisvorschlag nur die Hinfahrt oder auch die Rückfahrt mit einbezog. An statt dessen konterte ich: „Ich habe gehört, dass die Fahrt nur 2000vt kostet.“ (Das stimmte zwar nicht, aber ich wollte einfach mal versuchen zu pokern, da ich mir sicher war, dass die Busfahrt ohne das Buchen über „Eco Tours“ von 3500vt mit Sicherheit günstiger wäre.)

„Wer hat dir denn das erzählt?“ der Busfahrer rümpfte die Nase und schaute verärgert drein.

Ich sah ein, dass der Fahrer und ich wohl nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen würden und ließ mich für 150vt (1,20€) bei der Universität absetzten.

Es gab wohl genug Touristen, die sich ausnehmen ließen wie eine Weihnachtsganz… aber nicht mit mir!

Der nächste Busfahrer, der auf mein Handzeichen hin vor meinen Füßen halt machte schaute bedauernd drein und meinte, dass er nicht bis zur „Reipapao“ Brücke fahren würde. Ich erkundigte mich, ob er denn in die Richtung fahren würde, woraufhin er mir bestätigend zunickte. Also nichts wie rein in den vollen Bus, der mit einer Großfamilie und ihrem Einkauf beladen war, denn so würde ich meinem Ziel ja zumindest schon mal etwas näher kommen.
Der Vater der Familie fragte mich erstaunt wie ich zur Universität gekommen sei und wie ich denn nachdem der Bus mich absetzen würde weiter zu der Brücke gelangen wollte. „Ich werde einfach den nächsten Bus anhalten“ antwortete ich ihm grinsend und hoffte ins Geheim, dass auf der Landstraße auch einige Busse fahren würden.

Daraufhin schüttelte der Mann nur verständnislos, aber mit einem beeindruckten Blick zugleich den Kopf.

Als der Busfahrer mich nach kurzer Zeit gefühlt im Nirgendwo absetzte wollte er zu meinem Überraschen das Fahrtgeld von 150vt nicht annehmen. Da ich mich zuvor so über seinen Kollegen geärgert hatte, der mich eiskalt über´s Ohr hauen wollte, hatte sich mein Bild auf die Busfahrer schlagartig wieder ausgeglichen und ich strahlte ihn freudig an.

Die Sonne knallt mir auf den Kopf, der Schweiz läuft mir den ganzen Körper hinunter, ich spüre mein Gesicht förmlich glühen und ein Schatten ist weit und breit nicht in Sicht. Eine weile stehe ich so da und warte dadrauf, dass ein nächster Bus vorbei fahren würde… doch es kam keiner!

War es töricht von mir zu glauben, dass ich es auch ganz alleine zu dem „Eden on the River“ schaffen würde?

Ich war mir der Sache noch nicht so sicher, aber sehr froh es alleine schon soweit geschafft zu haben. So marschierte ich los, ging an der Landstraße entlang, unwissend wie weit der Weg zu dem „Eden on the River“ noch war.
Aber zu meinem Glück dauert es nicht alt zu lang, bis der nächste Bus mich aufsammelt und auch das letzte Stück bis zu der Brücke mit nimmt.

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Als ich dem Busfahrer die 150vt in die Hand drücke schaut er mich noch immer ungläubig an, weil er mich am Wegrand aufgegabelt hat. Er fragt mich verwundert wie ich denn wieder zurück kommen werde. „Das weiß ich noch nicht“ lache ich ihm entgegen, „aber es wird sich schon ein Weg finden!“. (Denn wenn ich eines in den letzten 5 Wochen gelernt hatte, war es dass in Vanuatu nichts planbar war und sich schon alles fügen würde.) Der Busfahrer gibt mir fast besorgt mit auf den Weg: „Pass auf dich auf!“.

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Während ich der Ausschilderung folge, fährt eine Dame mit ihrem Auto langsam auf mich zu und fragt „Are you all right?“. „Ja, klar!“ antworte ich ich, „ich will bloß zum „Eden on the River“. Die Frau stellt sich als die Besitzerin des „Eden on the River“ heraus und nimmt mich das letzte Stück mit dem Auto mit. Am Eingang angelangt muss ich einen Vertrag unterschreiben, in dem ich bescheinige, dass ich den „Eden on the River“ auf eigene Gefahr betrete und die Eigentümer für „tödliche Verletzungen“ nicht aufkommen würden. XD

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Maria, meine 21 jährige tour guidein führt mich über schmale Wege entlang zum „Eden on the River“. Dabei bin ich ein mal mehr geplättet von der Schönheit und Pflanzenpracht der Natur Vanuatu´s.

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Maria zeigt mir kurz wie ich mich absichere und dann geht es los…

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Die Strömung unter mir ist reißend, das Wasser braust vor sich hin und die Brücke ist ganz schön wackelig. Aber ich fühle mich sicher und es macht riesigen Spaß sich Balken für Balken über die Brücke entlang zu tasten.

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Der Baum, der von oben herab in drei Abzweigungen über dem Wasser ragt hat es mir besonders angetan. Am liebsten hätte ich einen Satz auf ihn gemacht um auf dem Baumstamm entlang zu balancieren. Aber ich wollte die „tödlichen Verletzungen“ auch nicht unbedingt herausfordern. ^^ Am Ende der Tour wartet eine kurze Zipline Fahrt auf mich.

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Auf dem Rückweg schlendere ich gemütlich zur Landstraße zurück, nehme mir Zeit die Gegend wahrzunehmen, die Landschaft zu erkunden und mache noch ein paar Fotos bevor es wieder zurück geht. Letzten Endes habe ich für die Hin- und Rückfahrt umgerechnet ca. 4€ bezahlt und war sehr glücklich und zufrieden den Transport alleine auf die Beine gestellt zu haben.

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