Wege der Kommunikation

Schleichende Kommunikation 

(Fortsetzung des Beitrages „Es war nicht immer einfach…“)

Am anderen Morgen sendete Henry eine Erinnerungs E-Mail an die „Board Member“, mit der Bitte zu meinen ausgearbeiteten Word Dokumenten im Bezug auf die „Opening Ceremony“ des Museumsraumes und der „Vanuatu 1st National Sport Awards“, Stellung zu nehmen. Diese Dateien hatte ich bereits vor ca. 3-4 Wochen an die ehrenamtlichen Mitglieder von VASANOC geschickt. So fragte ich Henry noch einmal ob ich nicht auch ohne, eine Reaktion der Board Member aktiv werden könnte. Daraufhin entgegnete er Kopf schüttelnd, mit einem Lächeln „No, it is better to wait for ideas from them.“

Da ich ungern untätig war und auf etwas wartete, dass ich nicht beeinflussen konnte, machte ich Henry darauf aufmerksam, dass ich ja jetzt schon recht lange auf eine Antwort der Mitglieder warten würde. Woraufhin er mir stöhnend erklärte, dass auch er immer und immer wieder nachfragen musste um Reaktionen von den Board Membern zu erhalten. Die Board Member, von VASANOC stellten die Exekutive des Olympischen Komitees dar und bei wichtigen Entscheidungen bedurfte es ihrer Zustimmung, bevor sie letztendlich ausgetragen werden konnten. Erst jetzt wurde mir klar, dass die Kommunikation innerhalb des Komitees teilweise schleichend voran gehen musste und dass es nicht an mir lag, dass ich so wenig tuen konnte.

So begann ich zu begreifen, dass mir die Hände gebunden waren und es galt sich im Warten zu üben, was für mich eine wirkliche Herausforderung darstellt.


Missverstandende Kommunikation 

Als ich das erste Mal von der Arbeit, in meine neue Unterkunft, zu Sarah nach Hause fuhr, hatte ich Schwierigkeiten mich zurecht zu finden. Hinzu kam, dass es keine Straßennamen gab und dass es schon dunkel war, tat sein übriges. Irgendwann jedoch kam mir die Gegend unbekannt vor und ich war mich sicher, dass der Busfahrer zu weit gefahren war. So klärte ich ihn darüber auf, dass ich das Restaurant an dem wir gerade vorbei gefahren waren nicht kannte und das wir falsch sein müssten. „Oh, du willst in das Restaurant“ entgegnete er daraufhin. „Nein, nein“ meinte ich und wiederholte, dass ich das Restaurant noch nie zuvor gesehen hatte und ihn deshalb bitten würde wieder umzukehren. Woraufhin er wieder sagte „Du willst in das Restaurant.“

Es war mehr eine Aussage als eine Frage und dieses Ping Pong Spiel ging ein paar mal hin- und her, bevor er verstand was ich ihm vermitteln wollte.


Nicht vorhandende Kommunikation 

Als ich letzte Woche zum ersten Mal an dem Rudertraining teilnehmen wollte, stellte sich heraus dass es gar keine Trainingszeiten gab, so wie Allan, der Präsident des Rudervereins es mir mitgeteilt hatte. Der Trainer, Rolly, ein junger lässiger Australier, war gerade zu außer sich über die falschen Informationen die Allan mir rausgegeben hatte. Denn auch das Allan mir versichert hatte, dass ich für die Trainingsstunden nichts zu zahlen brächte schien Rolly zu missfallen.
Er versuchte sich zusammen zureißen und spottete:

„Ja, dass ist ja wirklich alles sehr einfach für Allan zu sagen, der schön in seinem Büro sitzt und uns die Arbeit machen lässt.“ – „Wir sind ja hier kein Touristen-Verein“.

Ich blieb gelassen, auch wenn mich die Worte „Touristen-Verein“ zugegebenermaßen einen kurzen Stich gaben, da ich mich nicht als direkte Touristin ansah. Doch ich spürte, dass sich seine Wut nicht gegen mich richtete sondern, dass hier offenbar keine ausreichende Kommunikation zwischen den Trainern und dem Präsidenten des Vereins vorlag. Zudem schien Rolly, wirklich ein netter Kerl mit einem sonst sonnigen Gemüt zu sein. Letztendlich konnte ich mir kostenfrei ein Boot ausleihen und eigenständig drauf los rudern. Als ich wieder vom Wasser zurückkehrte und Rolly mir versöhnlich mitteilte „you row quite good“, freute ich mich sehr dass ein „du ruderst ziemlich gut“, von ca. 9 Jahren, die ich mich nicht mehr mit einem Ruderboot auf dem Wasser bewegt hatte, übrig geblieben war.


Aufklärende Kommunikation 

Als ich Blair, eine australische Volunteerin Ende zwanzig, nach den Trainingszeiten für den Netball Verein fragte, teilte sie mir mit, dass die Saison gerade vorbei sei, keine Spiele mehr statt finden würden und das Training erst wieder im Januar begann. Einen Abend darauf, fragte mich Sarah, ob ich sie zu dem Netball Traning begleiten wollte. Ich war zunächst ein wenig irritiert, dass das Training nun doch statt finden sollte, jedoch war ich interessiert an dieser mir noch fremden Sportart und stimmte sofort zu.
Als Blair sah, dass Sarah mich zum Training mitgebracht hatte rümpfte sie die Nase und fragte mich scheinbar interessiert für welches Team ich denn spielen würde. „Naja, mit euch“ antwortete ich. „Ohh“ zögerte Blair und fügte hinzu „aber ich habe dich gar nicht auf die Liste mit eingetragen“.

Die Situation war total konfus, denn es stellte sich heraus, dass ich hier mitten in einen Netball Wettkampf hineingeraten war und es sich nicht um ein übliches Training handelte.

Ich verstand nicht ganz warum Blair, die Kapitänin der Mannschaft, mich angelogen hatte und mir nicht einfach direkt sagte, dass sie Anfänger nicht gerne dabei hatte. So konnte man sich scheinbar wöchentlich für die „Spaß-Wettkämpfe“ eintragen und es wäre kein Problem gewesen meinen Namen mit auf die Liste zu setzten. Aber da ich noch nie Netball gespielt hatte war ich auch mehr als zufrieden, das Spiel vom Feldrand zu beobachten.


Kilometerweite Kommunikation 

Das Internet ist wirklich eine tolle Erfindung!

Manchmal fasziniert es mich gerade zu wie schnell und „einfach“ sich die Kommunikation über dieses Medium über tausende von Kilometern gestaltet!

So bin ich wirklich froh, im office von VASANOC über einen Internetanschluss zu verfügen und über diesen Kontakt mit meiner Familie und Freunden aus aller Welt halten zu können.

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