Eindrücke aus der Südsee

Im Supermarkt
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Die Vorweihnachtszeit wurde, nun Ende Oktober, auch in Vanuatu von den Supermärkten eingeläutet. Da ich Weihnachten immer instinktiv mit Kälte verbinde musste ich ganz schön schmunzeln, als ich vor ein paar Tagen den Weihnachtsbaumschmuck zum ersten mal in der Südsee erblickte. Doch ich war heilfroh, dass ich dem vorweihnachtlichen Konsum in Deutschland entkommen war. Denn dieser beginnt ja gefühlt manchmal sogar schon Ende August, so bin ich froh, dass mich der Weihnachtsbaumschmuck hier erst jetzt Ende Oktober umgibt.

Wenn man den Supermarkt betritt muss man am Eingang seine Taschen sowie vorherigen Einkäufe abgeben und wird nur mit seinem Portmonee in die Geschäfte hinein gelassen.

Viele Touristen lassen diese Regel jedoch außer acht und sie wird auch nur in dem Großsupermarkt unmittelbar vor dem Stadtzentrum groß geschrieben. (Auch ich hatte nie ein gutes Gefühl, mein Rucksack, in dem sich oft ein Großteil meines Hab und Guts befand, vor den Türen des Supermarktes zurück zu lassen).
Wenn man den Supermarkt wieder verlässt, wird einem an der Kasse der gesamte Einkauf kostenfrei in Tüten verpackt. Das ist zwar wirklich sehr viel entspannter als in Deutschland, wo man sich immer abhetzten muss seinen Einkauf so schnell wie möglich zu verstauen und sich von dem nächsten Kunden in der Schlange gedrängt fühlt, doch ich habe mich schon manches mal gefragt wie viel unnötiges Plastik an dieser Stelle verbraucht wird.

Am Wochenende gibt es Schließzeiten für den Verkauf von Alkohol.

Es ist immer amüsant in die fassungslosen Gesichter der Touristen zu blicken, wenn sie freudevoll mit einer Flasche hochprozentigem Alkohol zur Kasse spazieren und die Kassierinnen dann freundlich aber bestimmt mit dem Kopf schütteln. Auch ich war recht verblüfft als ich eines Freitagabends, am Anfang meines Aufenthaltes hier, Bier für meine Mitbewohner und mich kaufen wollte und dies nicht möglich war.
Man kann jedoch am Wochenende mit dem Alkoholausschank, der überteuerten Bar´s und Hotels Vorlieb nehmen.

Vom Cocktail, über das Toilettenpapier bis hin zum Café wird hier alles mit „Nambawan“ bezeichnet, was soviel bedeutet wie „number one“.

Auch wenn Kollegen von mir Arbeitsergebnisse gut gefallen sagen sie „Nambawan“ oder nach dem Abschluss eines Gespräches.

Importierte Produkte aus dem Westen sind hier wirklich unglaublich teuer. So kosten ein Glas Nutella (400g) beispielsweise 850vt, was in etwa 6,85€ entspricht.

Zu guter Letzt sind die Ni-Vanuatus keine großen Kaffee Trinker, so ist die Kultur des „Kaffee´s“ die in so manchen Ländern zelebriert wird in ihrer Kultur nicht verankert. Bis jetzt habe ich auch nur von einer Kaffeemarke gehört, mit dem Namen „Tanna Kaffee“ die auf Vanuatu produziert wird.

Im Büro

Eindrücke_im Büro aFast täglich, stattet der Erdnussverkäfer dem „VASANOC Haus“ einen Besuch ab, er stellt sich dann in den Flur und ruft laut im Dreiertakt „peanut, penaut, penaut“.

Manchmal stimmen Kollegen von mir in den Wort Tonus ein und schreien auch hinaus „peanut, penaut, peanut“ und es findet sich immer jemand, der dem Verkäufer ein paar klein verpackte Erdnusstüten für 30vt (ca. 24ct) abkauft. Als ich den „Peanutmen“ um ein Foto bitte, lacht Henry sich halb schlapp, dass ich von dieser Art des Erdnussverkaufes so fasziniert bin. Der Verkäufer willigt für das Foto freundlich ein und schenkt mir zu meiner Überraschung daraufhin ein paar Erdnüsse.

Ich glaube ich habe euch noch gar nicht von dem Kleinkind im Alter von etwa 2 Jahren berichtet, welches Anfangs immer im Gebäude von VASANOC umher getobt ist. Das Mädchen, ist das Enkelkind der Reinigungskraft, die das Kind oft mitbringt, da die Mutter des Kindes auf ihrer Arbeit nicht auf das Mädchen aufpassen kann.

Die Reinigungskraft ist oft den ganzen Tag von Morgensfrüh bis in den späten Nachmittag hinein im Büro. Sie „fegt und putzt“, schaut ein wenig Fernsehen im Gemeinschaftsraum, passt auf ihr Enkelkind auf und „wischt und putzt“ wieder.

Das Geheimnis um den Mann, der immer im Gemeinschaftsraum saß und Fernsehen schaute, von dem ich euch am Anfang berichtet habe, hat sich inzwischen auch gelüftet.

Er ist ein Polizeibeamter, der ehrenamtlich für den Leichtathletik Verein arbeitet, und im Urlaub war als er 2 Wochen lang tagtäglich ins Büro kam um Fernsehen zu schauen.

Im Büro ist es keine Seltenheit, dass einer meiner Arbeitskollegen auf einmal fröhlich, lauthals zu singen beginnt. In Deutschland würde man wahrscheinlich schnell denken, dass jemand einen an der Klatsche hat wenn er von jetzt auf gleich ein Liedchen trällert, aber hier ist es normal.

Im Alltag

Eindrücke_im Alltag a

In dem Bild, oben rechts seht ihr „DIE“ Hauptstraße von Port Vila, der Hauptstadt Vanuatu´s. In Vanuatu gibt es keine Straßennamen, geschweigedenn Hausnummern, so wird die Post nicht in die Wohnhäuser zu gestellt. Die Postzustellung läuft ausschließlich über Schließfächer, welche man über die Post mieten kann, diese befinden sich direkt in der Post oder aber auch vor dem großen Supermarkt.

Manchmal stellt es so ganz ohne Straßennamen eine echte Herausforderung heraus, an einen neuen noch unbekannten Ort zu gelangen.

Doch meist können die Busfahrer, die die gesamte Stadtkarte vor Augen zu haben scheinen, einem weiterhelfen und einem zu einem beliebigen Ort im Stadtzentrum oder Nahe der Innenstadt fahren. Mir wurde jedoch geraten in der Dunkelheit, also kurz vor 18:00 Uhr, nicht mehr alleine mit dem Bus zu fahren. Was für mich schlicht weg unmöglich ist, da ich kein Auto oder ein Quad, wie viele andere Ausländer hier besitzte.

So musste ich feststellen, dass desto später die Stunde desto neugieriger und eindringlicher die Fragen der Busfahrer sind.

Sie können einen wirklich Löcher in den Bauch fragen, anfangs habe ich mich über interessierte Fragen zu meiner Heimat gefreut, aber wenn sie einen mit Fragen zu meiner Person durchbohren kann dies zeitweilig auch recht nervig werden. Die Fragen gestalten sich in etwa so: „Woher kommst du?“, „Wie heißt du?“ „Bist du hier mit deinen Eltern?, „Was machen deine Eltern beruflich?“, „Hast du einen Freund?“, „Bist du verheiratet?“, „Hast du ein Handy?“…
Anfangs habe ich die Frage nach der Anwesenheit meiner Eltern verneint, und dachte mir „natürlich nicht“ – ich bin Mitte 20 und will unabhängig von meinen Eltern auf eignen Beinen stehen. Doch im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass man diese Frage mit „ja“ beantworten sollte, und  immer hinzufügen soll das der Ehemann auch mitgereist sei.

Wobei mir das Worte „Ehemann“ noch nicht wirklich über die Lippen gekommen ist, immerhin habe ich es schon dazu gebracht von einem „Verlobten“ zu sprechen.

Denn die Busfahrer wollen wohl abchecken, wie gut man sozial eingebunden ist, ob mann hier in Vanuatu ein Netzwerk hat und ob zu Hause jemand auf einen wartet.

In der Bank, gibt es einen ähnlichen Kundenfreundlichen Service wie im Supermarkt, und es wird einem beim hinein- und hinausgehen die Tür aufgehalten.Die Zeitung, die „Daily Post“, wird hier von Zeitungsträgern verkauft, die von Café zu Café gehen um ihre Zeitungen an den Mann zu bringen. Sie sind bereits aus der Ferne leicht an ihren knall gelben T-Shirts zu erkennen.

Von meiner neuen WG aus habe ich einen wundervollen Blick auf den Hafen von Port Vila, die Insel Irikiri und aus der Ferne kann ich die Innenstadt sehen. Dabei ist mir das halb versunkene Schiff, welches an der Insel „Irikiri“ anliegt, sofort aufgefallen.

Es stellte sich heraus, dass sich für die Bergung des Schiffes keiner verantwortlich fühlt und niemand Geld in den Abtransport des Schiffes investieren will. So liegt es schon seit mehreren Wochen halb versunken am Ufer.
Zu guter Letzt kaufen wir in meiner WG mehrmals monatlich eine Gasflasche, um an heißes Wasser zu gelangen.

Im Straßenverkehr

Eindrücke_im Straßenverkehr

Es ist mir erst recht spät bewusst geworden, dass es wirklich im gesamten Land keine einzige Ampel gibt.

Das habe ich zuvor noch nie gesehen, auch nicht auf meiner Reise durch Asien. Kennst du noch ein zweites Land, ganz und gar ohne Ampeln, also ich meine wo man sogar in der Hauptstadt ohne Ampeln auskommt?

Das Anschnallen im Auto wird gerade zu verpönt und in den Hunderten von Bussen, die eher unserem Verständnis von einem Taxi gleichen, wird man keine Anschnallgurte finden.

Zudem scheinen es viele Leute zu bevorzugen, sich auf die Ladefläche des Autos zu setzten, als ins Auto hinein, da die Autos, bis auf dem Fahrer natürlich, oft vollkommen leer sind. Die Ladeflächen, hingegen sind teilweise stark überfüllt.

Auch beim Tanken gilt der Kundenservice, denn hier muss man nicht aus dem Auto aussteigen und es wird für einen getankt.

Auf der Straße

Eindrücke_auf der Straße

Am Anfang meines Aufenthaltes in Vanuatu, habe ich mich immer gewundert, dass alle so gelassen blieben wenn es irgendwo brannte oder tiefe, dunkle Rauchwolken aus der Ferne aufstiegen.

Doch jetzt weiß ich, dass der Müll hier von Privathaushalten am Straßenrand oder im Wald verbrannt wird.
Mülleimer sind hingegen in der Innenstadt totale Mangelware.

Auf der Straße wird man ständig von Leuten gegrüßt, sie wünschen einem je nach Tageszeit einen „Guten Morgen“, einen „Guten Abend“ oder eine „Gute Nacht“ oder sagen einfach nur „Hallo“. Anfangs hat mich das stark irritiert, weil ich die Leute ja gar nicht kannte. Aber eine Volunteerin hat mir gesagt, ich müsste mir einfach vorstellen, dass ich mich durch ein kleines Dorf bewege, in dem jeder jeden grüßt.

Das Guthaben für´s Handy lädt man hier an den Straßenecke bei den Damen von „tvl“ oder „diciel“ auf.

Man braucht ihnen bloß, die Nummer seines Handy´s und die beliebige Summe, mit der man es aufladen will zu nennen und sie führen die Aufladung mit ihrem Handy durch.
Die Damen sitzen immer unter einem Sonnenschirm und sind von Morgens bis zum Nachmittag anzutreffen. Das Foto, der „tvl“ Dame oben, ist direkt neben der Post entstanden. Bei ihr habe ich mein Handy schon oft aufgeladen, so dass sie mich immer anlacht und grüßt wenn ich an ihr vorbei gehe und letzte Woche hat sie mich einem Mann auf der Straße schon als ihre „Freundin“ vorgestellt. ^^

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