Ohne Moos nichts Los

Vor einigen Wochen, kurz vor meinem Ausflug auf die Insel Tanna, habe ich zum ersten mal in meiner Mittagspause versucht mit meiner Mastercard Geld abzuheben.

Ich ging von Automat zu Automat, doch leider schien es vergebens, da kein Automat mein Pincode akzeptieren wollte, obwohl ich wusste, dass dieser richtig war.

So trat letztendlich das ein was ich befürchtet hatte und ich kam trotz der doppelten „Gedquellenabschicherung“ nicht an mein Geld. So befand sich zwischenzeitlich kein Geld mehr auf meiner Sparcard und an das Geld auf meiner Mastercard kam ich nicht heran. Ich wurde wirklich schon sehr nervös, da ich gerade die Flugtickets nach Tanna kaufen wollte, der Trip schon geplant war und Paul mich bei seiner Familie angekündigt hatte. Und jetzt das… in Moskau habe ich einmal in einer ähnlichen Situation gesteckt mit dem kleinen Unterschied, dass ich dort auch über kein Bargeld mehr verfügte und niemanden kannte bis auf eine Familie, die ich einen Tag zuvor kennen gelernt hatte. Zu meinem großen Glück haben sie mir damals Geld geliehen, obwohl sie mich nicht kannten und nicht wussten wer ich eigentlich bin. Ich bin ihnen bis heute dankbar dafür und stehe immer noch mit ihnen in Kontakt.

Seit dieser Erfahrung hatte ich mir versprochen, dass es mir im Ausland nie wieder passieren würde, ohne Geld da zustehen. Denn ohne Geld ist man im Ausland wirklich aufgeschmissen, wenn man komplett auf sich allein gestellt ist!

Mit einem letzten kleinen Hoffnungsschimmer spazierte ich mit meiner Mastercard in eine Bank hinein, mit der Zuversicht das sich das Problem dort in Luft auslösen könnte.

Die Warteschlange vor mir schien endlos lang und die Minuten des Wartens dehnten sich zu einer halben Ewigkeit.

Als ich endlich an der Reihe war und am Schalter stand klärte mich die Bankkauffrau zur meiner großen Erleichterung darüber auf, dass ich in der Bank auch ohne meinen Pincode Geld abheben könnte. Sie forderte mich auf, mich auszuweisen, aber meinen Reisepass hatte ich als das aller wichtigste Dokument was ich besaß und dem Nachweis meiner Identität zu Hause gelassen. Denn wenn eines noch bescheuterter war im Ausland, als nicht an sein Geld zu kommen, dann war es dass einem der Pass abhanden gekommen war. (Auf meiner Asienreise hatte ich eine handvoll Leute kennen gelernt, denen ihre Pässe geklaut wurden und es war wirklich eine sehr aufwändige und lange Prozedur sich fern von der Heimat einen neuen Pass zu beschaffen.)

Ich hätte mir eigentlich denken können, dass sie am Schalter meine Papiere verlangen würden, aber in der Aufregung hatte ich gar nicht darüber nachgedacht.

So fuhr ich erhitzt und übereilt nach Hause um meinen Reisepass zu besorgen, da ich unbedingt noch am selben Tag herausfinden wollte, ob eine Geldabhebung mit meiner Mastercard am Schalter wirklich möglich war.

Wieder zurück in der Bank angelangt, reihte ich mich aufgeregt in die Warteschlange ein. Am Schalter verschwand die Dame dann mit meinen Dokumenten und ich wurde immer unruhiger. Nach einer Weile kam sie mit einer Kopie meines Reisepasses sowie meiner Mastercard zurück, ich musste ein Formular unterschreiben und dann kam ich zu meinem großen Glück, ganz ohne Pincode, problemlos an mein Geld.

Die pure Erleichterung machte sich in mir breit und das Gefühl der totalen Anspannung wich von den einen auf den anderen Moment davon.

Dieses Erlebnis vor ein paar Wochen , blieb leider nicht das einzige bei dem ich Schwierigkeiten hatte an mein Geld zu kommen. So stand ich noch das ein oder andere mal nervös am Schalter, mit den Fingerkuppen auf die Holzplatte trommelnd während die Mitarbeiter der Bank mit meiner Mastercard samt Pass verschwanden um mir wieder und wieder mitzuteilen, dass sie die Transaktion nicht ausführen konnten. Sie erkundigten sich nach meinem Auftragslimit, doch ich war mir sicher das ich dieses nicht überschritten hatte. Dann teilten sie mir mit, dass meine Geldkarte durch meine Bank für bestimmte Regionen gesperrt sein könnte und fragten mich, ob ich sie denn für´s Ausland frei geschaltet hätte.

Meine Nervosität wurde größer, das trommeln meiner Fingerkuppen lauter und ich dachte mir, mit umgerechnet nur noch 5€ Bargeld in der Tasche… DAS DARF DOCH ALLES NICHT WAHR SEIN!

Denn ohne Geld, war auch in Vanuatu nicht viel zu holen. Die Einheimischen auf vielen der 83 Inseln Vanuatus mochten sich faszinierenderweise noch komplett selbst versorgen und fast ohne einen einzigen Penny auskommen. Doch das Leben in Port Vila war nicht gerade günstig und ich verfügte über keinen Gemüsegarten oder eine Kokosnussplantage. XD

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