Lianen springen wie Tarzan

Ohne ein gängiges Transportsystem ist es in Vanuatu wirklich nicht leicht einen Ausflug selbständig zu organisieren, wenn der Ausflugsort weiter als 20km von Port Vila entfernt liegt…

da die Mini-Busse sich nur im unmittelbaren Stadtzentrum und in den Außenbezirken der Stadt bewegen.

Die Quad´s meiner Mitbewohner.

So sind die Quads, als unabhängiges Fortbewegungsmittel, bei den australischen Volunteeren und jüngeren französischen Einwanderer hier sehr beliebt. Wer über kein Quad verfügt besitzt meist ein Auto. Ich hingegen verfüge über diese kurze Zeit meines Aufenthaltes hier weder über ein Quad noch ein Auto geschweige denn ein Fahrrad.

(Als Info am Rande… mein Mitbewohner Nish hat mir neulich erzählt, dass die Quad´s ab Ende November aufgrund zunehmender Lärmbelästigung verboten werden sollen.

Dies wäre wirklich eine Katastrophe für all´ die zugewanderten Ausländer, die sich fast ausschließlich mit den Fahrzeugen fortbewegen und vor allem für meinen alten Mitbewohner Flavio, der seinen Lebensunterhalt mit einem Quad-Business für Touristen verdient.

Wie sich später jedoch herausstellte, wurde das Verbot zwar bereits ausgesprochen, aber es wird wohl zum großen Glück alle Volunteere nicht in die Tat umgesetzt. Zudem hat sowieso keiner das Verbot jemals wirklich ernst genommen.^^)

Gerne hätte ich meinen Ausflug zur Blauen Lagoone wieder in die eigene Hand genommen, unabhängig von einem Touristenanbieter. Doch es wurde mir von mehreren Seiten empfohlen diesen Ausflug nicht auf eigene Faust zu unternehmen wie ich es vor ein paar Wochen zum „Eden on the River“ getan habe. Da die Blaune Lagoone noch ein wenig weiter außerhalb liegt…

…und es gerade auf einen Sonntag nie sicher wäre, ob ich am selbigen Tag auch wieder zurück kommen könnte, wenn ich es überhaupt alleine dorthin schaffen würde.

Aus diesem Grund bin ich über die Woche in meinen Mittagspausen von Touristen Büro zu Touristen Büro gegangen um mich nach einem Ausflugsangebot zur Blauen Lagoone zu informieren. Leider fuhren die meisten Touristenanbieter den Ausflugsort erst bei 3-5 Personen an. Ich hatte zwar meine Mitbewohner und ein paar meiner neuen australischen Bekanntschaften gefragt, ob sie mich gerne dorthin begleiten würden, doch sie waren alle bereits bei der Baluen Lagoone und hatten auch sonst die meisten gängigen Ausflüge, die mich interessierten, unternommen. Die Suche nach einem Touristenanbieter oder einem Busfahrer, der mich zur Blauen Lagoone fahren würde schien vergebens, wenn ich nicht bereit war eine übertrieben hohe Summe auf den Tisch zu blättern. Doch nach einiger Zeit wurde ich endlich in einem der „Tour-shops“ fündig, in dem mir eine Mitarbeiterin versicherte, dass sie mich auch zur Blauen Lagoone fahren würden, wenn sich keine weiteren Personen mehr für dieses Ausflugsziel melden würden. Sie bot mir als Praktikantin von VASANOC sogar einen Rabatt von 1000vt (ca. 8€) an.

So zahlte ich schließlich 4000vt (32€), inklusive Eintrittsgeld, für den Hin-und Rückweg zur Blauen Lagoone, anstatt 8000vt (ca.64€) wie es mir von einem der anderen Touristenbüro´s angepriesen wurde.

An der Blauen Lagoone angelangt machte ich mit einem Seil, welches an dem faszinierend verzweigten Baum, bereit hing, einen großen Satz für einen mächtigen Sprung, in das Wasser hinein.

Bei dem heiß- schwülen Wetter war dies eine tolle Abkühlung. Das Wasser der Blauen Lagoone, war wirklich einmalig klar und schimmerte in einem kräftigen Türkiston. Ich war total begeistert von dem Farbton des Wassers, da ich es so noch nie zuvor gesehen hatte.Sprung ins Wasser

Ich schwamm die Lagoone hinauf, entfernte mich von dem Touristen Schwarm und schwamm nach einiger Zeit direkt auf das offene Meer hinaus, von dem die Lagoone abzweigte. Ich blickte zurück, doch das Wasser hinter mir war menschenleer und die Stimmen der anderen Leute nicht mehr hörbar. Das einzige was ich hören konnte, war das brausen, der wild stürmischen Wellen, die sich nun vor mir auftaten. Der Anblick des tosenden Meeres war wirklich atemberaubend und gewaltig. Ich hielt für kurze Zeit inne und nahm die kräftigen und unaufhaltbaren hohen Wellen wahr, die sich in der Brandung zerschlugen und meinen Körper von der einen zur anderen Seite schwappen ließen.

Das Betrachten des überwältigenden Meeres, war wieder einer dieser Momente, in denen ich auf einmal laut zu lachen begann und so überaus glücklich war, das ich hier in Vanuatu, am anderen Ende der Welt, all diese tollen Erlebnisse sammeln konnte.

 

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