Hexenverbrennung und Urlaub auf Santo

1. Abenteuer: Millenium Cave
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2. Wunder der Natur: Nanda Blue Hole
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3. Bootstour zu Aore und Malo Island
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4. Mitten im Wasserfall am Mount Hope
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Hexenverbrennung?!? Ja, ihr habt leider richtig gehört bzw. gelesen. Vanuatu ist wirklich immer wieder fuer eine Überraschung gut!

(Dies betrifft natürlich nicht nur solch schockierende Ausnahmefealle wie die Thematik der Hexenverbrennung sondern auch all‘ die wundervollen Dinge, das bestaunen der immer neuen und vielseitigen Naturwunder sowie die vielen tollen Begegnungen, die ich hier in Vanuatu machen durfte.)

In Santo fiel mir beim Bezahlen an der Kasse, das Titelbild der Zeitung in die Augen, welches einen brennenden Müllhaufen darstellte. Zumindest sah es fuer mich so aus, wie ein Müllhaufen der lichterloh in Flammen stand. Doch als ich die Schlagzeile zu dem Artikel las musste ich mit entsetzen feststellen, dass sich unter der grossen Stichflamme kein Muell sondern eine Frau befand, die schon soweit von den Flammen eingeschlossen sein worden musste, dass man keine Person hinter dem Feuer mehr ausmachen konnte. Dieser konkrete Fall wurde aus Paua Neuginea berichtet, der sich wohl vor mehreren Monaten ereignete. Leider habe ich den Artikel nur überflogen und als mich das Thema so sehr beschäftigte wollte ich die Zeitung fuer diesen Bericht am nächsten Tag erwerben, aber da war sie leider schon vergriffen. Soweit ich den Zeitungsartikel lesen konnte wird in vielen Teilen des Pazifiks, Vanuatu eingeschlossen, an schwarze Magie und Hexerei geglaubt und es wird immer wieder mal von einer „Hexenverbrennung“ berichtet.

Als ich eine Einheimische vorsichtig nach diesem brisanten Artikel befragte, machte sie mit den scharfen Worten: „Ich bin Christin! Ich will mit dem Ganzen nichts zu tuen haben und davon auch nichts wissen!“ leider sofort dicht.

Doch sie teilte mir knapp mit, das sie Vanuatu nicht von der Liste der Laender im Pazifik streichen wuerden in denen die Verbrennung von vermeintlichen Hexen noch statt finden wuerden und es in Vanuatu wohl auch Scheiterhaufen geben wuerde.

Mein Urlaub in Santo war einfach wundervoll! … Kann ich so einen Satz nach dem vorherigen entsetzlichen Bericht ueber die „Hexenverbrennung“ schreiben? Es klingt bizarr, oder?

Doch während meines Aufenthaltes hier habe ich so oft solche Gegensätze erfahren, es ging hinauf und hinab, ich wurde immer wieder in neue unbekannte Situationen geschmissen und habe mich selbst in sie hinein kapituliert… interessiert, neugierig, voller Entdecker und Abenteuerlust, begeistert, verwundert und manchmal eben auch schockiert. Waehrend meiner Zeit hier schien nichts jemals gradlinig, es war alles stets bewegt, ging immer hin- und her  und der vielfältige Blick auf dieses wundervolle Land macht meinen Aufenthalt in Vanuatu aus. So habe ich mich bewusst dazu entschieden die „Hexenverbrennung“ und den „Urlaub auf Santo“ in einem Atemzug zu nennen.

Denn so wie ihr einen abrupten Themen Wechsel von einem Absatz zum anderen lest, so habe auch ich hier viele abrupte Wechsel durchlebt.

Ueber die Hexenverbrennung habe ich beispielsweise direkt nach meiner atemberaubenden Wanderung durch den „Millenium Cave“ erfahren, als ich mich noch im Rausch des soeben erlebten Abenteuers befand.

An meinem ersten Tag in Santo musste ich feststellen, das es als Alleinreisende sehr schwierig ist ohne ein vorhandenes Transportsystem überhaupt irgendetwas auf der Insel zu organisieren oder zu unternehmen. In der Innenstadt gab es nur zwei Touranbieter, wobei eines der beiden Bueros geschlossen hatte und das andere nur Touren fuer mindestens 4 Personen anbot. Im Touristen Office holte ich mir dann eine Broschüre mit einer Auflistung aller Touranbieter, die bloss E-Mailadressen sowie Telefonnummern, aber keine Internetseiten beinhaltete. (Dies erklärte wieso es von Port Vila aus so schwierig war Preise fuer die Touren auf Santo ausfindig zu machen.) Als ich eine Telefonnummer nach dem anderen durchrufte, stelle sich heraus, das sich zur Zeit wohl so gut wie keine Touristen in Santo befanden. Zumindest beklagten sich alle Touranbieter, dass zur Zeit nicht los sei in Santo. So konnte ich die Touren alleine nur fuer ueberirdisch hohe Preise unternehmen. Einer der Herren am Telefon schlug mir sogar vor mich fuer sage und schreibe 16.000vt (ca. 130 Euro) zum „Nanda Blue Hole“ sowie zum „Champange Beach“ zu karren. Dieser Preis wuerde sogar schon den Eintritt fuer die beiden Ausflugsorte beinhalten. Ich hingegen bin fast vom Hocker gefallen und habe sofort abgedankt.

Da muessen ja schon Goldkoerner an dem Sandstrand liegen, damit ich fuer die Fahrt sowie den Eintritt 130 Euro zahle um eine Stunde an einem Strand zu verbringen.

So beschloss ich, andere Backpacker ausfindig zu machen… und wenn ich dafuer jedes einzelne Hostel von Santo abklappern wuerde.

Ich war ja schliesslich nicht hier her gefahren um nur den Flughafen und die Vierwaende meines Hostel-Zimmer’s zu sehen.
Letztendlich lernte ich eine aufgeschlossene Britin kennen, die jedoch ausschliesslich fuer das Tauchen nach Santo gekommen war, sowie zwei abenteuerliche Krankenschwestern aus Deutschland, mit denen ich drei wundervolle Ausflüge unternahm.

Ich will eigentlich kein Erlebnis von dem anderen hervorheben, weil sie alle fuer sich fantastisch und einzigartig waren. Doch die Durchwanderung des stock dunkelnen Millenium Caves an dessen Decke die Fledermäuse durch die Lüfte kreisten, war schon einzigartig, etwas ganz besonderes und ein totales Abenteuer, das sicherlich auch nicht ganz ungefährlich war. Zumindest habe ich mich mit den beiden Deutschen hinterher ueber die Sichherheitsbestimmungen im Vergleich zu Deutschland halb totgelacht.

Doch es ist schon toll, ueber stock und stein zu klettern, steile Haenge zu erklimmen, abenteuerliche Leitern hoch zu steigen und ueber tobend- reissendes Wasser zu springen.

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