Im Rausch

  • Wenn du magst, dann gehe jetzt hier weiter mit mir über den Markt.
  • Und sehe dir hier eine neue Bilderauswahl in der Kategorie „Fotos“ an.

Als ich Gestern meinen eigenen Blog durchstöberte und vom Author zum Leser wurde um meine bisherige Zeit hier revue passieren zu lassen konnte ich selbst gar nicht glauben was ich bereits alles in dieser kurzen Zeit hier erleben durfte. (Es mag anfangen mit der Schönheit der Sonnenuntergänge, die hier wie die Pracht der weiteren Naturereignisse wie „gephotoshopped“ wirken, doch sie sind es nicht.)

Ich war geradezu geplättet…

  • War das wirklich ich die dort wie Frodo aus der „Herr der Ringe“ am Krater des sprühenden Vulkans gestanden hat?
  • War das wirklich ich, die einen Märchenwalt durchquerte und dabei wie Meggie aus „Tintenblut“ viele neue Pflanzen und Tiere bewundern durfte, die ich zuvor noch nie gesehen hatte?
  • War das wirklich ich, die wie Harry Potter im „der Stein der Weisen“ in eine neue Welt eingeführt wurde, die in ihrer Vielfalt so zauberhaft war, das es manchmal unwirklich schien?

So viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen habe ich schon mitnehmen dürfen und es werden täglich mehr.

Kein Tag gleicht dem anderen und es bleibt abenteuerlich und spannend, was ich sehr zu schätzen weiß, genieße und jeden Tag auf´s Neue als eine Art Geschenk begreife.

Und die Wahrheit ist, dass ich sogar noch viel mehr erlebe als ich in diesem Blog jemals aufschreiben könnte, da es soviel ist, dass man es gar nicht greifen kann.
An diesem Abend begann mein Kopf vor lauter neuen Eindrücken zu Rauschen, das Fass war voll und so sehr ich es wollte passte kein neues Erlebnis mehr hinein. Mein Kopf wollte gerne eine neue Unternehmung starten doch mein Körper weigerte sich strickt. Er war so erschöpft und geradezu ausgelaugt, dass er einfach nur regungslos daliegen konnte.

Ich spürte das Blut durch meine Adern pochern und jeden einzelnen Muskel meines Körpers, die so überanstrengt waren als hätte ich gerade eine sportliche Höchstleistung vollbracht.

Und auch wenn ich es noch so sehr wollte, konnte ich meinen Kopf nicht von meinem Körper trennen.

Drei Optionen standen mir offen:

  • Ich war zu einer Party eingeladen für die ich auf Anfrage schon ein paar Kokosnüsse gekauft hatte.
  • Ich hatte die Möglichkeit Sony´s Familie kennen zu lernen, die mir angeboten hat bei sich zu wohnen, da ich nach einer neuen Unterkunft für die restliche Zeit meines Aufenthalt´s suchte.
  • Ich konnte mit Paul über das Musikfest schlendern, auf welches ich mich schon sehr gefreut hatte.

Die Entscheidung war nicht einfach und am liebsten wollte ich alle drei Aktionen auf einmal an diesem Abend mitnehmen. Doch ich spürte, dass ich den Leuten nicht gerecht werden würde, egal auf welche der drei Unternehmungen ich mich einlassen würde. Ich habe in meiner Zeit hier schon soviele neue, schöne und wundervolle Begnungen gehabt, in soviele freundliche unbekannte Gesichter blicken dürfen und tolle neue Menschen kennen lernen können.

Aber an diesem Abend hatte ich das Gefühl mich auf keine neue Begegnung einlassen zu können.

In diesem Moment war ich wirklich froh eine Freundin in Nepal zu haben, die meine Situation und Gefühlslage gut nachempfinden konnte, denn ich glaube, dass man das ganze fast nur greifen kann, wenn man sich selbst einmal in einem anderen Land fern von der Heimat auf untouristische Art und Weise einfinden musste. In einem Land, in dem die Kultur und Gegebenheiten sich weit von denen des Heimatlandes unterscheiden, in dem man tagtäglich vor neuen Herausforderungen stehen kann, wobei die Herausforderungen im eigenen Land alltägliche gerade zu banale Dinge darstellen würden. Dies mag sogar beim Überqueren einer Straße anfangen, bei der man ohne Ampelsystem acht geben muss nicht angefahren zu werden, beim Durchqueren des Marktes bei dem man viele der diversen Früchte und Gemüsesorten nicht kennt und im Gespräch mit der Verkäuferin versucht herauszufinden um was für ein Lebensmittel es sich handelt oder aber auch am Geldautomaten, der den PIN-Code der Kreditkarte nicht akzeptiert obwohl man weiß dass dieser richtig ist.

So kann sich der Alltag manchmal sogar zu einem Hürdenlauf entwickeln, einem Hürdenlauf bei dem man in der Heimat freie Bahn und keine einzige Hürde zu überwinden hätte.

Diese neuen Herausforderungen können auch Spaß und Freude bereiten, da sie eine Bereicherung darstellen, man an ihnen wachsen und aus ihnen lernen kann. Aber in der Fülle können sie einen genauso gut erschlagen oder eine Art Ohnmachtsgefühl auslösen.

Ich beschreibe es einmal so, damit man mein Gefühl vielleicht nachempfinden kann…
Wenn man sich ein Stück Schokolade gönnt und dieses auf der Zunge zergehen lässt, es in vollen Zügen genießt, und dabei langsam im Mund zerfließen lässt, dann schmeckt es köstlich. Ein zweites Stück Schokolade mag ebenso gut schmecken, ein drittes auch, aber es scheint eventuell schon nicht mehr so wertvoll wie das erste. Manche von uns können vielleicht sogar soviel essen, dass sie eine ganze Tafel mit Genuss essen, aber spätestens ab der zweiten Tafel wird das schon etwas schwieriger. Wenn der Magen schon gefüllt ist, dann passt kein weiteres Stück mehr hinein, egal wie lecker, kostbar und schmackhaft die Schokolade seien mag.

Das einzelne Stück Schokolade verliert an Wert, man weiß es in Massen weniger zu schätzen und wenn man zuviel Schokolade verputzt hat wird sie sogar irgendwann ungenießbar, weil der Magen nur eine bestimme Menge vertragen kann.

So kann sich etwas wunderbares zu etwas unverdaulichem nicht mehr genießbarem entwickeln.

Hinzu kam, dass es auch am anderen Ende der Welt einiges zu erledigen gab was in Deutschland anstand. So stellte sich meine Uni quer mit der Notenanerkennung meiner zwei Auslandssemester in Dänemark und forderte neu ausgefüllte Papiere, Unterlagen an die ich hier ohne meinen eigenen Labtop nicht so ohne weiteres ran kam. Außerdem verlangte der Supervisions Kurs meiner Uni, dass ich mir bis in einer Woche „gutes Internet“ beschaffte.

Man könne ja mit einem McDonalds Vorlieb nehmen um an dieses heran zu kommen, so der Vorschlag meiner Dozentin.

Ich hingegen war jedoch nur heilfroh, dass Vanuatu eines der wenigen Länder zu seien scheint in dem Mc´Donalds noch nicht in der Esskultur verwurzelt war, da es schlicht und einfach keinen einzigen Mc´Donalds gab.

Die Deutsche Bahn „beglückwünschte“ mich zu der Verlängerung meiner Bahncard, mit einer Erinnerung der zu überweisenden Summe und ich Idiotin hatte vergessen, dass in Deutschland alles mit einer Kündigungsfrist versehen war.

Zu allem Überfluss wollte ein Unternehmen für das ich mich für meine Bachelorarbeit beworben hatte, gerne ein Exposé zu dem Thema meiner Thesis sehen.

Mein Körper sehnte sich nach Ruhe und einer kurzen Auszeit. Am liebsten hätte ich einfach mal auf eine Stopp-Taste gedrückt um die Zeit und alles um mich herum anzuhalten, um diese neu gewonnene Zeit dazu zu nutzen, nach zu spüren was ich schon alles erlebt hatte.

Da ich die Zeit nicht anhalten konnte, entschloss ich mich selbst an diesem Abend eine Vollbremsung hinzulegen und einfach mal im Bett liegen zu bleiben um zur Abwechslung mal nichts zu tuen.

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